FB 03 - Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Schweriner AWO-Beschäftigte haben mehr verdient

    Schweriner AWO-Beschäftigte haben mehr verdient

    ver.di fordert Beitritt der AWO Schwerin in die AWO-Tarifgemeinschaft

    Nach Auffassung der Gewerkschaft ver.di können die Arbeitsbedingungen bei der AWO Schwerin nur mit einem Tarifvertrag fair geregelt werden. Nur dies führt zu dem selbsterklärten Ziel der Geschäftsführung und des Betriebsrats, die Gehälter an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes anzugleichen. Daher ist ein Beitritt des Kreisverbandes der AWO Schwerin mit ihrer gGmbH in die AWO-Tarifgemeinschaft nötig.

     

    „Nach uns vorliegenden Informationen liegt die Vergütung bei der AWO Schwerin derzeit zwischen 400 bis zu 900 Euro unter den Gehältern vergleichbarer Beschäftigter im kommunalen Tarifvertrag.“, so der zuständige Schweriner ver.di-Fachbereichssekretär Daniel Taprogge. „Eine Erzieherin bei der kommunalen Kita gGmbH erhält bei Berufseinstieg 2.685 Euro, bei der AWO Schwerin (Stand 2017) 2.250 Euro. Nach 19 Berufsjahren verdient die Erzieherin in der kommunalen Kita 3.700 Euro, bei der AWO Schwerin 2.800 Euro.“ Dramatischer ist der Abstand in der Altenpflege. Examinierte Kräfte erhalten nach TVöD zum Berufseinstieg 2.711 Euro, nach der ver.di vorliegenden Vergütungstabelle 2.050 Euro.

     

    „Mir bleibt unklar, wie die AWO Schwerin diesen Abstand zwischen der heutigen Gehaltsstruktur und dem kommunalen Tarifvertrag bewältigen will. Andere AWO-Kreisverbände gehen in der Tarifgemeinschaft mit ver.di einen soliden Weg mit einer Angleichung über mehrere Jahre. Entweder stimmen die Zahlen nicht, oder die AWO Schwerin bezieht ihre Angleichung nur auf die Anfangsstufe des Tarifvertrags. Das wäre nunmehr ein argumentativer Schildbürgerstreich. Damit würden Geschäftsführung und Betriebsrat den Beschäftigten nicht helfen.“, so Taprogge weiter. Verwundert zeigt sich die Gewerkschaft ver.di über den angeführten Tarifvertrag: „Seit spätestens 2014 kennen wir im TVöD keine Unterscheidung in Ost und West mehr, es gibt nur in einzelnen Punkten noch verschiedene Regelungen. Aber wir helfen da gerne weiter.“

     

    Arbeitsbedingungen werden in Deutschland zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt, so sieht es das Grundgesetz vor. Der Gesetzgeber hat die Aushandlung von Gehältern, Urlaubsansprüchen, Arbeitszeit usw. nicht in die Kompetenz von Betriebsräten gelegt. Denen fehlt ein wichtiges Instrument, so das Bundesarbeitsgericht: das Streikrecht. Nicht anders ist eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts zu interpretieren, in der es heißt: Verhandlungen ohne Streikrecht sind kollektives Betteln (BAG Az. 1 AZR 822/79).