FB 03 - Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Offener Brief von MitarbeiterInnen des DRK-Krankenhaus Grevesmühlen

    Offener Brief von MitarbeiterInnen des DRK-Krankenhaus Grevesmühlen

    In den letzten Wochen haben sich Beschäftigte des Krankenhauses in ver.di organisiert und fordern für sich und für künftige Fachkräfte endlich tariflich abgesicherte Arbeitsbedingungen. In diesem Prozess ist ein offener Brief mit einer Schilderung der Situation entstanden. Wir stellen den Brief hier gerne zur Verfügung.

    DRK Krankenhaus Grevesmühlen ver.di Schwerin DRK-Krankenhaus Grevesmühlen

    "Das DRK-Krankenhaus in Grevesmühlen ist einer der größten Arbeitgeber hier in der Umgebung. Verbliebene Mitarbeiter und auch unsere Patienten im nahem Umfeld haben Angst, dass wegen des Fachkräftemangels Arbeit nicht geleistet werden kann und somit das Haus ggf. schließen muss.

    Das DRK-Krankenhaus in Grevesmühlen ist einer der größten Arbeitgeber hier in der Umgebung. Verbliebene Mitarbeiter und auch unsere Patienten im nahem Umfeld haben Angst, dass wegen des Fachkräftemangels Arbeit nicht geleistet werden kann und somit das Haus ggf. schließen muss.

    Wir, die Mitarbeiter möchten sie auf einige Missstände in unserem Krankenhaus aufmerksam machen, da wir das Gefühl haben von unserer Krankenhausleitung und dem Betriebsrat nicht gehört zu werden.

    Wir sind Kollegen aus Pflege, Labor, Radiologie, Funktion, Küche und Reinigung.

    Bald wird auch keiner mehr da sein, der gehört werden will.

    Durch die aktuelle Personalpolitik und niedrigem Gehalt gibt es nur wenige Neueinstellungen. Nach Probearbeit kommt keiner mehr wieder, da sie in anderen Einrichtungen für weniger Stunden mehr Lohn erhalten, hier in Grevesmühlen bekommt man als ausgebildete Fachkraft das Gehalt eines Helfers, was viele Bewerber abschreckt, denn man muss ja schließlich auch Miete zahlen, der Kühlschrank will auch gefüllt werden, Auto muss betankt werden, u.s.w.

    Hier in Grevesmühlen bekommt man als ausgebildete Fachkraft das Gehalt eines Helfers, was viele Bewerber abschreckt.

    Auszug aus dem Offenen Brief

    Andere Beschäftigte des DRK versuchen sich mit einem Nebenjob über Wasser zu halten, aber wie lange sind sie der Doppelbelastung gewachsen??

    Der Unmut der Mitarbeiter wird immer größer, da auch keine Entlastung in Sicht ist. Der Geschäftsführer schaut nur auf seine Umsatzzahlen, aber tut für seine Arbeitnehmer nicht wirklich viel. Er schmettert alle Verhandlungen ab mit der Aussage die wirtschaftliche Situation ließe keine Gehaltserhöhung oder in einigen Bereichen keine Stundenaufstockung zu. Trotz des Refinanzierungsgesetzes (Pflegestärkungsgesetz), das im Januar diesen Jahres in Kraft getreten ist, gibt es keine Veränderung. Das sorgt für großen Unmut bei den Mitarbeitern, sie fühlen sich nicht wertgeschätzt und suchen sich woanders eine neue Stelle, was wiederum zu Personalmangel und Abwanderung von Fachpersonal führt.

    Der Geschäftsführer hinterfragt nicht die Gründe die zur Kündigung geführt haben und bemüht sich nicht, vielleicht doch noch eine Lösung zu finden, denn bald sind die Löcher nicht mehr zu stopfen. In den nächsten 5 Jahren gehen bestimmt noch mal 30 Angestellte in Rente, wer soll sie ersetzen???

    Dienstplangestaltung, hoher Krankenstand, Überstunden

    Immer wieder kommt es vor, dass Mitarbeiter kurzfristig einspringen müssen und dazu genötigt werden, Dienste zu übernehmen. Die 11 Stunden zwischen erneuter Arbeitsaufnahme werden dann nicht wirklich eingehalten, wie lange hält das wohl ein Körper aus, ohne Schaden in Form von Krankheit oder schlimmer noch die Einstellung gegenüber dem Berufsbild/Betrieb leidet.

    Wo bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf??

    Mit dieser hier beschriebenen Problematik hoffen wir, dass sie uns bei der Umsetzung, einen Tarifvertrag durchzusetzen, unterstützen.

    Denn es sollte auch Ihnen ein Anliegen sein, dass das Krankenhaus in Grevesmühlen nicht sang und klanglos untergeht und geleistete Arbeit entsprechend wertgeschätzt wird.

    Wir brauchen sofort mehr Personal, um die Patienten adäquat und qualifiziert versorgen zu können. So, wie wir es in unseren Ausbildungen mal gelernt haben. Das geht eben nur über faire Bezahlung.

    Mit Gesundheit und Krankheit sollte man keinen Profit machen können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK-Krankenhauses"